Einleitung: Jürgen Lösche
In der vergangenen Woche hat eine Gruppe von Bürgern aus Plauen und dem Vogtland einen offenen Brief an die Bundesregierung verfasst. Dort wird eine diplomatische Initiative für einen Waffenstillstand und nachfolgenden Friedensverhandlungen zwischen Russland und Ukraine gefordert. Die Erstunterzeichner sind Mitglieder oder ehemalige Mitglieder des Kreistages bzw. des Stadtrates von Plauen und Bürger, die sich schon seit 1989 für Frieden, Freiheit und Demokratie einsetzen. Sie besitzen verschiedene Parteizugehörigkeiten oder sind parteilos und vertreten unterschiedliche politische Positionen. Alle Unterzeichner eint jedoch die Sorge, dass sich der Krieg in der Ukraine zu einer direkten bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Nato und Russland ausweitet. Deshalb muss das sinnlose Sterben in der Ukraine endlich beendet und die Konflikte am Verhandlungstisch gelöst werden. Das würde dann auch wieder eine Perspektive für dringend notwendige Abrüstungsverhandlungen und für Gespräche über eine stabile europäische Friedensordnung eröffnen.
Die beabsichtigte Stationierung von amerikanischen Mittelstrecken -und Hyperschallraketen, ohne konkrete Angebote für Abrüstungsgespräche, geht in die falsche Richtung und wird nur zu einem gefährlichen Rüstungswettlauf mit noch mehr Unsicherheiten führen.
Die Sicherheit in Deutschland und Europa kann im Zeitalter von Nuklearwaffen nicht mit Aufrüstung erreicht werden. Diese Erkenntnis führte in den 70er bzw. 80er Jahren zum Abschluss des ABM-Vertrages (Abbau von Raketenabwehrsysteme die die Zweitschlagfähigkeit verhindern) und des INF- Vertrages (Verbot von landgestützten Mittelstreckenraketen). Beide Verträge, die für die Sicherheit in Europa von enormer Bedeutung waren, sind gekündigt. Gerade für Europa wäre eine Rückkehr zu den Inhalten dieser beiden Verträge enorm wichtig. Das würde tatsächlich die Sicherheitslage in Deutschland und Europa entscheidend verbessern.
Heute hört man immer wieder, dass die Entspannungspolitik von Brandt, Bahr und Genscher naiv und falsch war. Das Gegenteil ist richtig. Diese Politik hat uns die Einheit, Wohlstand und vor allem Frieden gebracht. Die Abkehr von dieser Politik erleben wir aktuell!
Wir müssen etwas tun, dass der Wunsch nach Frieden bis zu unseren politischen Verantwortungsträgern dringt. Deshalb wäre es gut, wenn viele diesen Brief unterstützen oder ähnliche Aktionen starten.
Wir werden bis Ende September Unterschriften sammeln. In Plauen besteht die Möglichkeit, jeweils am Montag (17.00 Uhr) und Samstag (15.00 Uhr) bei den stattfindenden Mahnwachen zu unterschreiben.
Zum Abschluss der Aktion ist eine Diskussionsveranstaltung am 20. bzw. 27.09. in Plauen geplant. Näheres können wir in Kürze mitteilen.
Bitte unterstützen Sie uns – allein werden wir nichts erreichen!
