Wem gehört der Osten1

20.11.2015, 19:00 Uhr, Malzhaus.
20151120aThema: Wem gehört der Osten?
Die Bürgerplattform für demokratische Erneuerung e.V. hatte zu einer Podiumsdiskussion geladen und viele kamen. Gewünscht hätte ich mir aber, dass mehr jüngere Leute den Weg zu dieser Dokumentationsveranstaltung gefunden hätten, denn wir “Älteren” kennen ja den Ausverkauf der früheren DDR. Zur Einstimmung wurde der 3. Teil
der Filmreihe “Wem gehört der Osten” gezeigt, anschließend konnte mit dem Regisseur des Films diskutiert werden, auch Klaus Seidel und Dr. Frank Günert standen für Fragen zur Verfügung.
Moderiert wurde die Veranstaltung vom Herrn Jörg Wolff (M.A) von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

 

 

Ergänzungen:
20151120bRohwedder schätze 1991 den Wert der DDR-Werke und Immobilien, salopp: “Der ganze Salat ist 600 Milliarden D-Mark wert.” Etwa 8500 Betriebe mit mehr als vier Millionen Beschäftigten wurden zum 1. Juli 1990 der Treuhandanstalt unterstellt. Anfangs hieß es noch “Kombinate privatisieren, wo möglich. Sanieren, wo möglich und stilllegen und liquidieren, wo unabweisbar.” Unter den Betrieben waren Vorzeigeunternehmen wie Jenoptik,das größte ostdeutsche Stahlwerk EKO, profitable Werften – und Betriebe wie der Kühlschrankhersteller DKK,
der den ersten FCKW-freien Kühlschrank produzierte. Teils also Konkurrenten zu Westbetrieben und daher wurden sie einfach platt gemacht. Dennoch wurde die Arbeit der Treuhand zu einem Milliardengrab. Mit deren Auflösung zum 31.12 1994 schloss die Behörde mit Schulden in Höhe von 256 Milliarden D-Mark.
Wo sind die Gelder also hin? Mitarbeiter der Treuhand konnten zudem auch nicht in Haftung genommen werden und sie wurden von niemandem kontrolliert. Die Lizenz zum Geld drucken, also.

Jetzige Rentner, die Generation, die alles aufgebaut hat, die auf vieles verzichten musste, ging leer aus, oder ist heute gar von Altersarmut betroffen.
Die Bürgerplattform setzt die Veranstaltungsreihen fort. Freuen Sie sich auf weitere interessante Themen.
D.Schlei

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Zunächst möchte ich mich im Namen der BP bei allen Gästen für ihr Interesse und ihre Diskussionsbeiträge sehr herzlich bedanken. Gleiches gilt nun aber auch den Akteuren Herrn Jacobs und Herrn Wolff als Vertreter der Landeszentrale für politische Bildung, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre.
Diese öffentliche Streitkultur soll fortgeführt werden, wenn es eine interessierte Bürgerschaft dazu gibt. Wir meinen: es gibt sie, diese kritische Bürgerschaft.
Und sie braucht öffentliche Foren auf denen ohne Tabus alles hinterfragt werden kann. Schönfärberei überlassen wir den Parteien.
Für die weiteren Veranstaltungen wollen wir das interessierte Publikum zu eigenen Themenvorschlägen animieren.
Mitte März 2016 könnte der Islam ein Thema sein, aber das sollten die Bürgerinnen und Bürger selber entscheiden.
Noch ein Hinweis: Da wir uns einen kontroversen und konstruktiven Diskurs erhoffen, werden keine Parteien eingeladen.

Klaus Seidel

Vogtland Anzeiger
VA 21.11.2015
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                    Freie Presse
FP 23.11.2015
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