Treffe die Akteure

00_LM_FoerderungSSK_LO_25Jahre_RGB_VAR1

Die Akteure von 1989- was machen sie heute und wie war das damals?

diese Frage stellten sich viele und so kamen sie auch zahlreich zu unserer Veranstaltung.

Eine Veranstaltung übrigens, die ohne Förderung des Freistaates Sachsen nicht möglich gewesen wäre.

Auf diesem Wege möchten wir uns daher nochmals dafür bedanken.

 

———————————————————————————————————-

Treffe die Akteure der friedlichen Revolution

so hieß die Podiumsdiskussion mit den Akteuren der friedlichen Revolution von 1989, die am 03.10.2014 im Forum K stattfand.
-Eine Veranstaltung der Bürgerplattform für demokratische Erneuerung-
Bild1aAkteure, wie Jörg Schneider, der das Flugblatt erstellte und unter großem Risiko sichtbar in der Stadt anbrachte, Gerold Kny, der sich der Staatsmacht widersetzte und “seine” Feuerwehr eben nicht als Wasserwerfer einsetzte, Dr. Frank Grünert, der nicht selten die aufgebrachte Menschenmenge mit einer Rede beruhigte, Klaus Seidel, der Bürochef, Jürgen Winkler, Siegfried Schaller, Dietrich Kelterer, Steffen Kollwitz, Steffen Unglaub, Adelheid Liebetrau,
Wolfgang Grehl, Steffen Kretzschmar, Klaus Hopf, Manfred Sörgel, Heiner Seidel und Dietmar Schlei erinnerten sich an die Wendezeit. Auch Siegmar Wolf und Wolfgang Sachs kamen zu Wort.
Auch wenn nicht alle der damals Aktiven anwesend waren, so war es doch ein schöner Abend, an dem auch bereits vergessenes wieder in Erinnerung gebracht wurde.
Ich erinnerte mich beispielsweise wieder daran, wie Steffen Unglaub und ich versuchten, einen Ormig- Kopierapparat dazu zu bringen, Kopien unserer Demoaufrufe zu erstellen. Es waren die typisch blauen Kopien und die typisch blauen Finger, die ans kopieren erinnerten. Es war eine schöne und interessante Zeit und es war eine Aufbruchsstimmung, die ich heute manchmal vermisse.Bild1
Im zweiten Teil “Die verschenkte Revolution” ging es um das Resümee,
was waren die damaligen Ziele und was ist das Ergebnis.

-Demokratie:

Dieses Ziel haben wir noch nicht ganz erreicht. Der Fraktionszwang beispielsweise ist es , der es dem Abgeordneten oftmals unmöglich macht, Entscheidungen nach seinem Gewissen zu treffen und so regiert die Politik schon mal am Volkeswillen vorbei.

-Freie Wahl: Auch dieses Ziel ist noch nicht erreicht. Hier wird der Wähler mittels Listenwahl betrogen und der Wählerwille ausgehebelt.
Mit Hilfe dieser Listenwahl kommen trotz geringer Stimmenzahl weniger beliebte , aber parteitreue Abgeordnete in die Parlamente.
Die Abschaffung der Listenwahl wäre also ein wichtiger Schritt in Richtung Basisdemokratie.
Es sei denn, folgender Spruch würde zutreffen: “Wenn Wahlen wirklich etwas verändern würden, wären sie in Deutschland verboten”

– Pressefreiheit: Jein, auch hier ließe sich Manches sicher  noch verbessern .

Also es gibt noch viel zu tun.
Demokratie ist kein Selbstläufer, sie bedarf der aktiven Bürgerbeteiligung!

Bedanken möchte ich mich noch bei Steffen Unglaub für die Organisation und bei Frank Blenz für die Moderation der Veranstaltung.

Es wurde also an allen Ecken und Enden diskutiert. Was waren die Beweggründe, die zu den Protesten führten. Wie war das früher? Für was wurde man bestraft? Wie war das mit der Bespitzelung?

Alles Fragen, die gerade junge Leute bewegten.

 

Stellvertretend für viele ähnliche Bürgermeinungen sei hier die von Herrn Gert Bauerfeind erwähnt. Sie trifft

das Thema besonders gut, meinen wir.

Wann hat man schon Gelegenheit sich mit persönlich erlebter Geschichte die weltweite Bedeutung erreicht hat, auseinander zu setzen. Daher freute ich mich auf diesen Abend und erinnerte mich auch gern an die Ereignisreichen Tage zurück. Besonders blieb mir der fesselnde Breicht von Herrn Kny von der damaligen Feuerwehr in Erinnerung. Interessant war auch dier Beitragvon Jörg Schneider, der mit seinem Flugblatt als der Initiator der ersten Demo gilt. Ich weiß auch Heute noch, ich war damals als Schichtmeister in der Energieversorgung tätig und bei uns im Betrieb kursierten diese Flugblätter auch. In der Woche vor der Demo erhielt ich von meinem damaligen Chef den Auftrag diese Flugblätter von der Betriebswandzeitung zu entfernen. Man wollte nicht, das die Mitarbeiter am Morgen diese brisanten Worte lesen sollten. Ich studierte das Blatt schon in der Nacht und war begeistert. Ich hängte es selbst wieder an die Wandzeitung und nahm künftig einen anderen Weg um es nicht sehen “zu müssen”. So war es zunächst am nachsten Tag für Alle zu lesen. In der kommenden Nacht wurde von Unbekannt ein neues angebracht. Ich ließ es hängen und schaute weg. Interessiert hat mich auch der Beitrag vin Dr. Frank Grünert, der 89 immer wieder aufrief friedlich zu bleiben. ich finde es ist unbedingt nötig sich an diese Tage im Herbst 89 zu erinnern und das Gedenken wach zu halten.
Gert Bauerfeind
 Auch der nachfolgende Kommentar fasst  trifft den Kern:

Was ich auf der Veranstaltung am 3.10.14 noch gerne ergänzt hätte:

Die Menschen, die 89 auf die Straße gingen, wehrten sich gegen die Unvernunft, gegen die Herrschaft und Allmacht der SED. Sie wollten als Volk ernst genommen werden.
Die jenigen, die zum Plauener Protest aufriefen, die Demos organisierten, Plakate schrieben riskierten Kopf und Kragen. Die Aktiven von damals brachten einen Mut auf, der von ihnen höchsten psychischen Einsatz abverlangte.

Aber wer waren die Sieger der ersten Freien Wahlen im März 90? Die Aktivisten der Bürgerbewegung? Keineswegs!
Dr. Frank Grünert formulierte:“Die Idealisten machen die Revolution, dann kommen die Materialisten und machen die Politik.“
Und genau so war es! Aber das darf doch bei der Erinnerungsarbeit nicht vergessen werden! Wird aber vergessen, steht auch kaum in Lehrbüchern.
So gilt meine besondere Hochachtung den ehemaligen Mitgliedern des Neuen Forums, die vor ein paar Jahren erkannten, dass es wichtig ist, sich wieder poltisch zu engagieren. So entstand unsere Bürgerplattform Plauen.

Dietrich Kelterer sagte an einer Stelle seines Buches: „Das Neue Forum – eine gute Truppe!“
Und die Bürgerplattform Plauen ist auch eine gute Mischung geworden aus klugen, uneigennützig einsatzbereiten, aus streitbaren und kreativen – alten und jungen Leuten, die allesamt Gleichgültigkeit verabscheuen.
In der Tat – auch eine gute Truppe.

Lisa Bechert

Weitere Infos unter: www.89-90.sachsen.de

 

Bild4 Bild13 Bild11a Bild11 Bild10 Bild9 Bild8

Bild3