Mindestlohn

Was ist der Unterschied zwischen dem Ifo- Institut (Institut für Wirtschaftsforschung) und den Wahrsagern?

Die Wahrsager sind wesentlich schlechter angesehen!

Das Ifo- Institut! wirtschaftsnah,  kommt also zu dem Ergebnis, dass der kommende Mindestlohn bis zu 60000 Arbeitsplätze bedroht. Klar, jeder Arbeitnehmer, der sein Geld nicht selbst mitbringt gefährdet die Wirtschaft! Das ist nichts Neues. Schlimm daran ist aber, dass  das FDP- geführte Wirtschaftsministerium ihr Wirtschaftskonzept noch immer auf Niedriglohn aufbaut, denn man fühlt sich vom Ergebnis des Ifo-Institutes ja bestätigt. Wir Billiglöhner sollen also die Wirtschaft konkurrenzfähig halten.

Und warum sollte der, dem der Billiglohn des ersten Arbeitsverhältnisses  nicht zum Leben oder für die Familie reicht, nicht ein zweites Billiglohnarbeitsverhältnis eingehen. Schließlich hat man doch nach 8,5 Stunden Arbeit und 1 Stunde Fahrt für den ersten Job  noch genug Zeit für den Zweitjob. Mal ins Kino oder Theater oder sich mal mit Freunden treffen will man doch sowieso nicht!

Krass wie diese Herren die Arbeitskraft anderer abwerten und dabei  ihre völlig überschätzen.

Bleibt uns nur die Möglichkeit dieses Wirtschaftskonzept am 31.08.2014 abzuwählen!

 

Hinweis: Bei den obigen Bemerkungen handelt es sich ausschließlich um meine Meinung!   Die Meinung anderer Mitglieder kann durchaus abweichend sein.

D.Schlei

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Studie sieht bis zu 60 000 Arbeitsplätze durch Mindestlohn bedroht

 

Laut einer Expertenstudie im Auftrag des FDP-Wirtschaftsministers sind bis zu fünf Prozent aller Jobs in Sachsen in Gefahr.

 

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv

Dresden. Der ranghöchste Liberale der Republik fühlt sich natürlich bestätigt: Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl präsentierte Sachsens Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) gestern in Dresden eine von seinem Haus bei den Experten des Dresdner ifo-Instituts in Auftrag gegebene Studie. Die kommt zu dem Ergebnis, dass die Einführung des bundesweit einheitlichen Mindestlohns ab Januar 2015 bis zu jeden 20. Job in Sachsen gefährdet. Jedenfalls wenn man den Öffentlichen Dienst nicht mitrechnet und bei der Simulation der Effekte das “Standardmodell” anwendet, wie die Autoren um Professor Ronnie Schöb, Finanzwissenschaftler der FU Berlin, schreiben. Nach ihren Angaben verdienen im Freistaat bislang knapp 289.000 Menschen – das ist jeder vierte Beschäftigte – weniger als 8,50 Euro in der Stunde. Laut Expertise bedroht die Einführung des Mindestlohns bis zu 59.316 Arbeitsplätze, was 5,2 Prozent aller Jobs ausmacht.

Am höchsten wären die Beschäftigungsverluste demnach im Erzgebirgskreis, wo die Experten 6688 Jobs (minus 6,8 Prozent) gefährdet sehen. Auch in den anderen grenznahen Regionen wie dem Vogtland (minus 3860 Jobs, minus 6,1 Prozent) und im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (minus 2900 Jobs, minus 6,6 Prozent) werden überdurchschnittliche Rückgänge befürchtet – aber auch in Chemnitz (minus 5384 Jobs, minus 6,0 Prozent). Vergleichsweise milde Aussichten mit jeweils minus 4,4 Prozent werden den Landkreisen Zwickau (minus 4844 Jobs) und Mittelsachsen (minus 3336) vorhergesagt.

Die ifo-Experten haben indes auch ein zweites Szenario durchrechnen lassen, wonach moderate Lohnzuwächse sogar positive Beschäftigungseffekte nach sich zögen. Aber selbst bei diesem optimistischeren Modell würden mehr als 30.000 Jobs verschwinden. “Das hat damit zu tun, dass eben in Sachsen sehr, sehr viele Menschen nicht 7,50 Euro oder darüber verdienen, sondern wesentlich niedrigere Löhne momentan haben, sodass hier der Mindestlohn besonders scharf eingreift”, so Schöb, der den Mindestlohn zum “Experiment mit ungewissem Ausgang” erklärte.
Morlok verwies zum Vergleich darauf, dass in Sachsen in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 100.000 neue Arbeitsplätze entstanden seien – der Mindestlohn davon also ziemlich viel zunichtemachen würde. Verhindern kann ihn der Liberale nicht mehr, und so will er wenigstens die Auswirkungen dämpfen. So kündigte Morlok gestern einen Erlass an, wonach etwa die Sächsische Aufbaubank beim Umgang mit staatlich geförderten Betrieben die “Ermessensspielräume maximal ausnutzen” soll.

Wer etwa als Gegenleistung für Zuschüsse Arbeitsplatzzusagen getroffen hatte, durch den Mindestlohn aber nun nicht einhalten kann, müsse nicht mit einer Rückforderung der Fördermittel rechnen, versprach Morlok. Zugleich forderte er die Kommunen auf, die bei ihnen infolge des Mindestlohngesetzes erwartbare Entlastung bei den Sozialausgaben zur Senkung der Grund- und Gewerbesteuersätze zu nutzen.

DGB und SPD bezweifelten indes die Untersuchungsergebnisse. SPD-Chef Martin Dulig sprach von einem “untauglichen Versuch der Panikmache”. Und DGB-Vize Markus Schlimbach verwies auf Studien, die positive Effekte versprechen.

 

 

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