Stadtbauschule

Beitrag 10.04.1945

Text und Bild:     Curt Röder

 

Hier befand sich einst die dem Staatsfiskus gehörige Staatsbauschule. Hausmeister war zuletzt K. Pohle. Es war die Schildstraße 5. Das repräsentative Gebäude befand sich direkt an der Kaiserstraße, wo die Frauen auf dem Bild Trümmerschutt beräumen. Es war zum Kriegsende Lazarett, voll belegt und deutlich sichtbar, wie viele andere Gebäude in der Stadt, auf dem Dach mit einer Rot-Kreuz-Fahne gekennzeichnet und ist trotzdem auch wie die anderen bombardiert worden. Die Verletzten erlebten unsagbares Leid in ihrer Hilflosigkeit.
Foto: Archiv Verlag

 

Doch nun weiter mit dem, was andere Menschen durchleben mußten.   

Seit über 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem 2. Weltkrieg. Ich betrachte das Ganze unparteiisch wie man ein Schachspiel beobachtet. Deutschland konnte aus diesem Krieg, das zeichnete sich schon 1942 ab, bei diesem Gegner niemals als Sieger hervorgehen. Was mich aber fasziniert, am Anfang bei den Engländern, in der späteren Phase bei uns Deutschen, wie weit läßt sich eine Volksgemeinschaft bei dem Begriff, seine Heimat zu verteidigen als Gemeinschaft zusammenschließen? Sie läßt alle Unbilden bis zur physischen Vernichtung ertragen im Interesse des Fortbestandes ihrer Gemeinschaft. Dieses bis heute fortbestehende Ignorieren der Leistungen der damaligen Bevölkerung, sie ist ja im Wissen des Volkes bis heute verankert, bildet den Angriffspunkt für die sogenannten „Rechten“. Die nunmehr größtenteils geöffneten Archive, mit den den Deutschen entwendeten Unterlagen vermitteln einen realistischen Einblick in die damaligen Abläufe. Kein Museum traut sich, das Ende des 2. Weltkrieges und den Verlauf sowie die Wirkung auf ihre Stadt bis heute darzustellen. Man ist jetzt tapfer beim 1. Weltkrieg, da gibt es keine Zeugen mehr, da läßt sich die ganze Geschichte so drehen, wie man sie gerne hat.
Zum Abschluß von Eisenhower ein Zitat: Der Deutsche ist eine Bestie. Beim ersten Treffen 1945 vor Torgau mit dem russischen Marschall Schukow äußerte er: „Wenn ich an irgendeinen unter der Folter sterbenden Deutschen denke, sei es Mann, Frau oder Kind, macht mich das froh.“ Tja, die Archive sind heute geöffnet. Damit beende ich dieses Thema.

Auszug aus dem aktuellen Vogtland Jahrbuch 2020/2021.

ISBN-Nr.: 978-3-946548-00-3, zum Preis von 24,95 Euro

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Curt Röder Neupert Verlag

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