Hermann Vogel

Anläßlich des 100. Todestages  von Herrmann Vogel ( 22.2.)

 

Curt Röder, Plauen:

 

 

 

Hermann Vogel

16.10.1854 Plauen – 22.2.1921 Krebes           

Am 22.2.2021 sind es 100 Jahre her, daß in Krebes im Vogtland vermutlich der letzte Romantiker Deutschlands verstarb. An sein Wirken sei mit meinen bewußt etwas launisch gehaltenen Zeilen erinnert. Ich verehre ihn, deswegen hat das diesjährige Jahrbuch als Titelbild sein Krebeser Heim als Motiv von mir erhalten. Ich möchte ihn einmal als Mensch betrachtet wissen, die Heldentenöre auf seinen 100sten Todestag überlasse ich anderen. Das Internet sowie die Vergangenheit sind voll davon. Mein Hinweis:

Es gibt Menschen, die „überleben“ durch das, was sie der Nachwelt mit ihrem Schaffen hinterlassen haben, mit ihren Namen alle kommenden Generationen. Sie waren „Kinder ihrer Zeit“, aber oft etwas anders mit dem Blick auf das Leben, das sie umgab. Nicht selten war die Natur selbst der Auslöser für die Rolle, die dem Einzelnen in der Menschengemeinschaft zugewiesen wurde. Heute verkörpert das Schaffen Hermann Vogels ungezählte Einblicke in eine von ihm erträumte „heile Welt“, die es so nie gab und nie geben wird. Aber das ist gerade das Fantastische an seinen Illustrationen. Man kann minutenlang mit den Augen über seine Bilder wandern, es finden sich immer neue Details, die ein Schmunzeln auslösen. Eigentlich wäre seine Kunst das ideale Hilfsmittel, um Personen mit momentanen seelichen Problemen aufbauend zu begleiten. Im Klartext: Einmal für kurze Zeit die schnöde Welt, in der man leben muß, gedanklich zu verlassen, so wie es auch Vogel getan hatte. Vogel besaß auch jede Menge Humor. Die alten Krebeser erinnerten sich gern im Nachhinein an so manchen Schabernack, den er ihnen mit seinen „Burgsteinern“, wenn diese auf Besuch waren, spielte. Dieser Verein, zuletzt nur noch eine kleine Gruppe älterer Herren, sie redeten sich bei Treffen nur mit ihren Spitznamen an, hat die Natur aufgelöst. Ich wurde noch als ihr letztes Mitglied nach der Wende in der Plauener Gaststätte Waldfrieden aufgenommen. Es war einmal … Doch nun wieder zurück zu unserem Hermann Vogel. Nachfolgend habe ich meinem Archiv ein paar Bilder entnommen, sie zeigen H. Vogel wie ihn das Umfeld sah. Sein Haus in Dresden, Plattenleite 6, Privates usw. mußte aus Platzgründen hier ungesagt bleiben. Was noch erwähnt werden soll, sein Bruder Richard erschuf unter anderem sein Heim in Krebes. Die kleinen Türmchen, die das Dach zieren,hatte Richard auch auf seinem Dach in Plauen, sie gefielen Hermann so gut. Er wünschte sich auch für sein Dach in Krebes eins. Richard erfüllte ihm seinen Wunsch. Beide Brüder verstanden sich gut. Bei Richard daheim (entstand so manche Skizze) wurde so mancher Gedanke zu Papier gebracht, ehe er nach Krebes ziehen konnte. Der Zufall spielte mit, seit über 20 Jahren ist Richhards ehemaliges Zuhause meine Heimstatt. Es birgt noch heute in sich Erinnerungen an die Brüder Richard und Hermann Vogel.

Das letzte Foto bringt einen Rückblick in die DDR-Zeit. Jahrelang ein Schandfleck an der Hammerstraße, bekam die Zivilverteidigung (aus heutiger Sicht so eine Art Bürgermeisterschutztruppe) vom Rathaus den Auftrag, das Vogelsche Anwesen abzureißen. Davon hatte ich Fotos gemacht. Ja, wenn ein berühmter Arbeiterführer dort gewohnt hätte! Seit der Zeit latschten die Plauener zwecks Abkürzung über das ungekennzeichnete und unbebaute Eckgrundstück.Es war im Besitz des Obermeister der Maurer, Wilhelm Traugott Vogel. Es war Hermann Vogels Kindheit, die dieser mit seinem Bruder hier verlebte und die seine weitere Entwicklung sicher mit geprägt hat. Meine Empfehlung an die Stadtverwaltung im Jahr 2020: Aus dem Grundstück eine kleine, gepflegte Grünanlage mit Bank sowie einer Infotafel über die Bedeutung der Freifläche zu schaffen. Jeder, der an der Ampel warten muß, hat genug Muße, einen Blick darauf zu werfen! (So, nun bin ich nur noch auf die Reaktion aus dem Rathaus neugierig, warum man da absolut nichts machen kann.

Mehr Tourismus braucht an diesem Platz in dieser Stadt keiner.!

Gelle, meint die Emilie Neideitel)

Hermann Vogel bei der Arbeit                                                                                                                      Ein Winterausflug

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                           

Vogtländerin

 

Hermann Vogel verkleidet als Jesuit
Daheim in geselliger Runde
D Hex
„Rudolphis
Kindermärchen“,
nach
100 Jahren
wieder
erhältlich.
Siehe hinten
im Buch
„Klassiker
des Verlages
zur Zeitgeschichte“
Vogels „Heimgang“
Vogels Einsiedelei, ein romantisches Motiv

 

 

 

 

Wintermotiv
Ohne Worte: So sieht Vogels Geburtsstätte 2020 aus.

 

 

 

Hermann Vogels Geburtshaus in Plauen wird zur DDR-Zeit von der ZV abgerissen.         Fotos: Archiv Verlag
Das “Vogtland Jahrbuch 2020/2021” ist direkt beim Verlag und im regionalen Buchhandel zum Preis von 24,95 Euro erhältlich. Bestellungen unter: Tel. 03741226820, E-Mail: neideitel@t-online.de oder www.vogtlaendischer-heimatverlag-neupert-plauen.de