Buergertreff Maerz 2016

Bürgertreff, was gab Neues?
Der Bürgertreff , auch diesmal wieder an einem 1. Dienstag im Monat, war wieder gut besucht.
Klaus Seidel und Dr. Grünert führten durch den Abend.

Das Thema war es offenbar, was viele interessierte Bürger zu uns führte.
Meinungsfreiheit- haben wir die noch?
Hieß es und darüber wurde sachlich diskutiert.
Wie immer, konnte jeder seine Meinung offen sagen und niemand war ihm später gram, nur weil es eventuell der eigenen Meinung widersprach. Allein dafür hat sich das Kommen schon gelohnt, denn das findest man so immer seltener.
Die Medien und deren Berichterstattung war ein großes Thema. Die Verantwortung derer, die den Bürger sachlich informieren sollten wurde heiß diskutiert. Manchmal sind es ja nur Kleinigkeiten,ein paar Worte, die etwas umgestellt, einen ganz anderen Sinn ergeben, als er vom Verfasser ursprünglich gedacht war. Der Sinn ist also weg, der Frust ist groß. Da gibt es noch manches zu tun, auf beiden Seiten.
Zum Thema Meinungsfreiheit hatte ich mir schon mal vorweg so meine Gedanken gemacht.
So sprach ich davon, dass Äußerungen uns gegenüber oftmals übel, ja oft auch beleidigend sind. Die Rechtsprechung nennt dies “Schmähkritik”. Auch auffallend: Die bösesten Kommentare und Verleumdungen kommen von denen, die für andere Menschen die unantastbare Würde einfordern.

Zur Erinnerung:
Wir sind `89 auf die Straße gegangen, um für Demokratie und eben die Meinungsfreiheit zu kämpfen. Sollte das umsonst gewesen sein?

Bestes Beispiel ist doch der Kampf gegen WsD. Seit es WsD gibt, werden sie bekämpft. Man sieht dabei nicht, dass der Bürger nur von einem Grundrecht, dem Demonstrationsrecht, Gebrauch macht. Man sieht dabei nicht, dass der Bürger einfach den Kanal voll hat, sich sowieso nicht ernst genommen fühlt, und nur auf der Straße noch eine Möglichkeit sieht, Gehör zu finden.
Was ist passiert? Die Regierungsparteien wurden aus dem Schlaf gerissen und der Bürger glaubt dem selbstherrlichen Geschwätz nicht mehr. Drohender Machtverlust- das geht ja gar nicht!
Lächerlich machen, und das schieben in die rechte Ecke sind die Folge.
Damit werden letztlich aber alle Diskussionen abgewürgt und ein sachlicher Diskurs ist nicht mehr möglich.
Warum aber so etwas? Ist es vielleicht freiwillige Erkenntnisisolation? Nein- es ist alles sauber kalkuliert. Für die Machterhaltung tut man schließlich alles. Wir Bürger müssen gespalten werden, aber wir hier in Plauen machen das halt nicht länger mit .

Ein anderes, nicht minder wichtiges Thema musste ich dann aber auch mal loswerden.
So wird beispielsweise immer wieder gesagt “Ja jetzt protestiert Ihr- vor der Flüchtlingskrise hörte man nichts. ”
Das ist so nicht richtig: Wir, die Bürgerplattform haben schon sehr viele Dinge angesprochen, wir organisierten Podiumsdiskussionen zum Landesentwicklungsplan, diskutierten mit Bürgern zum Thema Müll und dessen Gebühren, sprachen über ein bereits fertig durchgerechnetes Landratsamtsprojekt, protestierten gemeinsam mit der BITEX Reichenbach im Sächsischen Landtag gegen die Schließung der Textilfachschule in Reichenbach, sammelten Unterschriften gegen TTIP und lehnten öffentlich die angedachten Waldverkäufe ab. Usw.usw. Beispiele gäbe es noch viele.
Uns und unsere Proteste gab es also schon lange, nur interessierte sich kaum die Presse dafür und so wissen das viele Bürger bis heute nicht.
Erst die Demos der WsD wurden wieder wahrgenommen. Die Menge an Leuten bewirkte es also, dass man diese Aktionen nicht mehr einfach ignorieren konnte.

Ein früherer Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe informierte uns anschließend über seine Arbeit.
An geeigneter Stelle möchte er später aber selbst darüber berichten und so möchte ich im Vorfeld hier nichts darüber äußern.

Herr Dr. Förster berichtete über seine Erfahrungen im Ausland. Er hielt sich arbeitsbedingt in verschieden Ländern auf und hatte es mit vielen verschieden Mentalitäten zu tun. Interessant, Vieles kannte ich so nicht.
Jens Heinritz von WsD fasste für uns den Vorabend, das stattgefundenen Spitzengespräch, nochmals zusammen. Auch wiederholte er seine kurze Ansprache vom Vortag, dass es ihm also nicht darum ginge mit rechtslastigen Parolen den Platz voll zubekommen. Hier sind weniger mehr.
Fazit: Regionale Themen müssten es sein, die angesprochen werden, Politiker müssen über ihr Tun endlich Rechenschaft ablegen und ganz wichtig: Demokratie brauchen wir, etwas was in der Vergangenheit verloren ging.

Ein Gast sagte abschließend, “interessant dieser Abend” da komme ich bestimmt mal wieder”.
Ich glaube, dass es andere Gäste, wie auch unsere Mitglieder ähnlich sahen.