Dieter Riedler

30.03.2017

„Tassilos Geist schwebt über den Müllbergen“

Die hohen Müllgebühren im Vogtlandkreis sind leider ein Alleinstellungsmerkmal im Freistaat Sachsen. Aus diesem Grunde hat man einen Controller, auf Hochdeutsch Revisor, bestellt und natürlich auch aus Steuergeld bezahlt. Aus Respekt vor dem Landrat und dem Müllimperium Beck/Schink hat der Controller das Wort „Fehler“ bei seiner Prüfung der Sachlage tunlichst gemieden. Bei seiner Überprüfung „light“ stellt er fest, dass die Vertragsgestaltung zwischen kreiseigenen Müllfirmen und externen Abfallverbrennern entscheidenden Anteil an den Kosten habe. Im Ergebnis der Prüfung kommt er zum kolossalen Rat, längerfristige Verträge abzuschließen. Damit sei Planungssicherheit gewährleistet und unvorhergesehene Preissteigerungen wären vermeidbar. Darauf wäre auch ein Wirtschaftsstudent im ersten Semester gekommen!

Zum eigentlichen Prüfungsanlass – ob der Anstieg berechtigt und angemessen ist – bleibt Stengel still wie die Hauptfiguren in Ludwigs Ganghofers Roman „Das Schweigen im Walde“. Details aus dem Prüfbericht will er nicht nennen, da Interessen Dritter berührt seien und das Papier vertraulich behandelt werde – wie alles, was mit dem total verflochtenen Müllimperium im Vogtland, bestehend aus kreislichen Firmen und deren Töchtern sowie privaten Firmen und wiederum deren Töchter, zu tun hat. Denn noch immer schwebt Tassilos Geist über den vogtländischen Müllbergen.

Dieter Riedler, Leubnitz


13.03.2017

Zum Glück gibt’s deutsche Politiker, die sich nicht wie die Tanzbären vorführen lassen
Unsere Hochachtung gilt dem Bürgermeister der Gemeinde Gaggenau und der Bezirksverwaltung Köln- Porz. Es ist wohltuend, einmal Politiker zu erleben, die Rückgrat beweisen und dem aggressiven Versuch Erdogans, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu unterwandern, Einhalt gebieten.

Es ist doch eine Frechheit, wenn der türkische Justizminister Bekir Bozdag sich über diese Entscheidung beschwert, diese als Nazimethoden tituliert und als einer von Erdogans Vasallen kritische Journalisten einsperrt und als Krone noch behauptet, in der Türkei könne sich jeder versammeln, wie er will, um sich auszudrücken.

Ich hoffe nur, dass weitere Politiker sich dieser standhaften Haltung anschließen und derartige Versuche im Keime ersticken. Andernfalls muss es uns um die Demokratie in unserem Land bange sein Es sei ein kleiner Hinweis an unsere türkischen Mitbürger gestattet:

Wer Nutzer unserer Demokratie ist, dann aber die neue Ordnung in der Türkei für erstrebenswert hält, der solle sich doch dorthin zurückscheren, wo der Kümmel und der Döner wächst.
Dieter Riedler